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Mit PRIMAKLIMA unterwegs.

Mit PRIMAKLIMA unterwegs.

Gastbeitrag von Dr. Henriette Lachenit – Dez. 2016

Die Geschäftsführerin von unserem Kooperationspartner PRIMAKLIMA Frau Henriette Lachenit engagiert sich mit ihrem forstwirtschaftlichen Fachwissen für Aufforstungsprojekte und den Klimaschutz. Sie hat die Entwicklung des Aufforstungsprojektes Erzgebirge in Deutschland begutachtet – eines von vielen Projekten, dass hassia zusammen mit PRIMAKLIMA durch Spenden aus den Aktionen 1 Kasten = 1 Baum seit 2008 unterstützt um dem Klimawandel entgegen zu wirken.

Für unseren Blog berichtet sie von ihren Eindrücken vor Ort:

Heute führt mich meine Reise in die Wälder der Region Erzgebirge. Ich werde mir die Wälder anschauen, die innerhalb der letzten neun Jahre durch die hassia-Klima-Aktion „1 Kasten = 1 Baum“ entstehen konnten.

Hier hat es in der letzten Nacht bereits geschneit. Um 7:30 Uhr treffe ich mich bei klirrender Kälte mit Herrn Lindner – dem Förster, der die Aufforstungen plant, begleitet und regelmäßig kontrolliert. Er kennt die Region wie seine Westentasche und weiß über jede Fläche im Detail Bescheid. Nach einer kurzen Besprechung machen wir uns auf den Weg, denn wir haben uns einiges für diesen Tag vorgenommen…

Die Bäume auf der ersten Fläche unserer Route wurden vor zwei Jahren hier in Forchheim gepflanzt. Noch schützt sie ein Zaun vor Rehen und anderen Wildtieren, die nur allzu gerne an den jungen Trieben knabbern würden. In einigen Jahren, wenn die Bäumchen groß genug sind und die Tiere keinen dauerhaften Schaden mehr anrichten können, wird der Zaun entfernt werden. Dann kommen den Tieren die angelegten Wildobstinseln zugute – die Früchte der Schlehen, Apfelbäume und Berberitzen werden eine willkommene Bereicherung ihres Speiseplans sein.

Baumpflanzgebiet Forchheim mit Wildschutzzaun

Wildobstinseln (wie hier in Forchheim) tragen zur Artenvielfalt bei

Die Vielfalt der Baum- und Straucharten, die für die Aufforstungen verwendet wurden, beeindruckt mich nicht nur hier in Forchheim. Herr Lindner erzählt mir, dass das Erzgebirge ohne den Eingriff des Menschen von natürlichen Fichten-Bergwäldern und Bergmischwäldern (aus Fichten, Tannen und Buchen) bedeckt wäre. Diese Urwälder wurden aber seit dem 12. Jahrhundert großflächig gerodet, um den enormen Holzbedarf des Bergbaus zu decken und um Siedlungen sowie der Landwirtschaft Platz zu machen. Die dadurch fehlenden Bäume haben nicht nur auf die Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt negative Auswirkungen. Viele der entwaldeten Flächen gelten heute als Hochwasserentstehungsgebiete. Das Regen- und Schmelzwasser aus dem Mittelgebirge führt im Tal immer wieder zu Überschwemmungen. Gezielte Aufforstungen, wie z.B. auch in Forchheim und Schmiedeberg, tragen daher dazu bei, solchen Katastrophen vorzubeugen.


Aufforstungen (wie hier in Schönfeld) dienen auch dem Hochwasserschutz

Zum Abschluss des Tages fahren wir hinunter in die Tieflagen; Schnee liegt hier keiner mehr. Die Region südlich von Leipzig ist seit Jahrzehnten durch intensiven Braunkohlenabbau gekennzeichnet. Über 40 Siedlungen verschwanden, tausende Menschen mussten umgesiedelt werden. Auch die einstigen großen Waldgebiete mussten dem Bergbau vollständig weichen. Damit ging für die Menschen der Region nicht nur ein wichtiger Teil ihrer Heimat verloren – ihre Lebensqualität wurde insgesamt einschneidend verschlechtert.

Im Bereich des Tagebaus Peres entsteht nun durch vielfältiges Engagement wieder ein großer Mischwald, der später als Naherholungsraum dienen wird. Durch die hassia Klima-Aktion „1 Kasten = 1 Baum“ konnte der Wald um 40.000 m² und 22.000 Bäume erweitert werden.


Trotz des kargen Bodens wachsen die Kiefern auf dem Gebiet des ehemaligen Tagebaus sehr gut

Abends im Hotel sortiere ich meine Aufzeichnungen. Ich rufe mir die Eindrücke des Tages noch einmal in Erinnerung – und die sind durch und durch positiv. Alle Flächen wurden mit viel Fachverstand angelegt, die Betreuung und die Pflege laufen optimal. Ich kann mir sicher sein, dass hier aus den vielen einzelnen Bäumen der hassia Klima-Aktionen gesunde und starke Wälder wachsen werden.

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