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Mit PRIMAKLIMA unterwegs.

Mit PRIMAKLIMA unterwegs.

Gastbeitrag von Dr. Henriette Lachenit, Geschäftsführerin von unserem Kooperationspartner PRIMAKLIMA e.V.

Für unseren Blog berichtet sie von ihrer Reise nach Nicaragua im Juni 2017. Dort besuchte sie Farmerfamilien, die an den Aufforstungsprogrammen von PRIMAKLIMA teilnehmen und beschreibt die Bedeutung dieser Zusammenarbeit am Beispiel der Familie Osario im Norden Nicaraguas.

Ein neuer Wald in der alten Heimat.

Seit Jahrzehnten lebt die Familie von Olga Marina Osorio Lagos auf ihrer Farm in der Nähe von Somoto – einer Stadt im Norden Nicaraguas mit rund 20.000 Einwohnern. Viele Kleinbauern in der Region kämpfen Tag für Tag mit schwierigen Bedingungen. Verlängerte Dürreperioden und Überschwemmungen sind im Jahresverlauf mittlerweile eher die Regel als die Ausnahme – der Klimawandel ist hier schon hautnah zu spüren.

Auf der Suche nach Perspektiven.

Die unsteten Klimabedingungen treffen auch die Familie Osorio Lagos, die aus der Landwirtschaft ohnehin nur ein geringes Einkommen erzielen kann. Schweren Herzens entschied sich der Vater von zwei Kindern daher dafür, nach Spanien zu gehen, um dort auf einer Farm zu arbeiten und mit seinem Lohn das Auskommen der weit entfernten Familie zu sichern. Seitdem leitet der heute 20jährige Sohn Julio Flores die Farm in der Heimat.

Die Geschichte der Familie ist kein Einzelschicksal – zahlreiche nicaraguanische Männer arbeiten zeitweilig im Ausland, um ihren Familien bessere Lebensperspektiven bieten zu können.

Sicherheit für die Familie – Schutz für die Umwelt

Als die Familie von der Möglichkeit erfuhr, an dem Aufforstungsprogramm von PRIMAKLIMA teilzunehmen, war die Neugier groß. Gemeinsam mit den Experten vor Ort analysierten sie genau, welche heimischen Baumarten dort am besten würden wachsen können. Julio Flores und seine Eltern berieten ausgiebig – und entschieden sich für die Aufforstung. Als junge Baumsetzlinge gepflanzt, sind die Bäume inzwischen prächtig herangewachsen – und haben dabei bereits viel CO2 aus der Luft eingebunden. Familie Osorio Lagos pflegt die Bäume mit großem Engagement und erhält dafür faire Prämien. Diese zuverlässigen Zahlungen bilden insbesondere in schlechten Erntejahren eine sichere Einkommensquelle. In ein paar Jahren werden die Prämien für die Waldpflege dann durch die Erträge aus der Holznutzung abgelöst – wobei aber nie mehr Holz entnommen wird, als wieder nachwächst.

Auch für die Stadt Somoto leisten die neuen Bäume einen wichtigen Beitrag. Direkt im Wassereinzugsgebiet für die Kleinstadt gelegen, filtert der Wald das lebenswichtige Trinkwasser für die lokale Bevölkerung.

Julio Flores ist stolz auf seine Farm und seine Familie. Und er ist zuversichtlich, dass die Farm zukünftig genügend Erträge einbringt, so dass er – im Gegensatz zu seinem Vater – nicht ins Ausland gehen muss, um seine Familie zu ernähren.

Bildnachweis: Foto Bildarchiv PRIMAKLIMA e.V.

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